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Hilfe durch Vorsorge
und Versorgung.

Medizinsimulator in Betrieb genommen

REUTLINGEN. Die vom IMH e.V. gestiftete Simulationspuppe »Anne« ermöglicht professionelle Ausbildungsmöglichkeiten für medizinische Fachkräfte. Ihre Artikulationsmöglichkeiten sind zwar eingeschränkt, aber deutlich.

Sie kann stöhnen, schreien, maximal ja oder nein sagen. Manchmal verstummt sie allerdings auch ganz. Dann setzt ihr Atem aus, der Blutdruck sackt ab, im Extremfall steht das Herz still.

Ein Fall für die Reanimation. Und sollte das schiefgehen, dann wird ihr ganz einfach neues Leben geschenkt. Per Computer startet sie der Trainer neu. »Anne« ist nämlich kein richtiger Patient.

Sie ist eine Simulationspuppe, an der Ärzte, Schwestern und Pfleger den Notfall üben können. Das IMH hat »Anne« der Akademie des Reutlinger Klinikums zur Verfügung gestellt. Rund drei Monate im Jahr dient sie künftig dem Training an der Weiterbildungsstätte für Intensivpflege.

Zweimal im Jahr werden Reanimationsteams aus zehn verschiedenen Kliniken in Reutlingen geschult. »In der modernen Medizin werden die Eingriffe immer komplizierter«, erklärt Dieter Wypych, der IMH-Koordinator und Mitinitiator des Projekts. »Außerdem müssen die Ärzte öfter mit Schwierigkeiten rechnen, weil die Patienten älter und anfälliger werden.« Angesichts knapper Kassen will das IHM einen Beitrag zur Verbesserung der Ausbildungssituation leisten.

Die bisherige Simulationspuppe der Weiterbildungsstätte ist zehn Jahre alt und ziemlich hinfällig. Anne dagegen hat nicht nur einen hörbaren Herzschlag und tastbaren Puls, dazu künstliche, mit Ersatzblut gefüllte Venen und auch einen beweglichen Brustkorb, der sich beim Atmen hebt und senkt.

Sie ist computergesteuert und interaktiv. Vorbereitete »Fälle« können geladen werden, der Ausbilder kann aber auch manuell über eine über Funk angeschlossene Steuerung eingreifen und per Mikrofon und im Kopf angebrachter Lautsprechereinheit ein täuschend echtes Patienten-Feedback geben. Außerdem werden mit Hilfe von Sensoren alle Abläufe protokolliert, auf CD gespeichert und können später ausgewertet werden.

Im Reutlinger Klinikum arbeiten zwei Notfallteams, die auf der internistischen und der chirurgischen Station angesiedelt sind und in der Regel von Schwestern angefordert werden. Auch diese Teams können sich künftig mit Hilfe von »Anne« weiterbilden.

Quelle: Reutlinger Generalanzeiger

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 Schulung an einer Simulationspuppe am Reutlinger Klinikum.
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